Judo Austria nimmt Stellung zur Causa Fluchthelfer für Seisenbacher

Alina FerrufinoAlina2. Dezember 2019

Ex-Judo-Star und Doppelolympiasieger Peter Seisenbacher (59 Jahre) muss sich aktuell in Österreich am Wiener Landesgericht wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs verantworten. Ein heimischer Judo-Funktionär (für ihn gilt die Unschuldsvermutung) soll für den ehemaligen Ausnahmeathleten als Fluchthelfer fungiert haben. Wir baten den ÖJV um Stellungnahme zur Causa Seisenbacher und Fluchthelfer.

Causa Seisenbacher und Fluchthelfer

Heute Vormittag wurde am Wiener Landesgericht der Prozess gegen den zweifachen Judo-Olympiasieger Peter Seisenbacher (59 Jahre) fortgesetzt, welcher nach seiner aktiven Karriere als Trainer eines Judo-Vereins unmündige Mädchen missbraucht haben soll.

Laut Recherchen der Austria Presse Agentur, wurde Seisenbacher nach seiner Flucht in die Ukraine von Vertretern der heimischen Judo-Szene nach Kräften unterstützt. Im Konkreten geht es vor allem um einen heimischen Judo-Funktionär, der sich – so die Verdachtslage – als Fluchthelfer betätigt haben könnte. Auf ihn wurde nämlich der Pass ausgestellt, welchen Seisenbacher bei seiner Flucht verwendete. Jener Funktionär behauptet, das Fehlen seines Passes erst nach einem Telefonat mit der APA bemerkt zu haben.

 

ÖJV nimmt Stellung

Wir wollten wissen, was der Österreichische Judo Verband dazu sagt, und baten Martin Poiger, Präsident ÖJV, um Stellungnahme:

“Ich persönlich bin weder vor noch nach meiner Wahl am 12. Oktober kontaktiert worden. Gerüchte, dass Personen aus der Judoszene sich um die Unterstützung von Seisenbacher bemühten, gab es in der Vergangenheit immer wieder. Dass aktuelle ÖJV-Vorstandsmitglieder involviert waren, kann ich ausschließen.
Obwohl seine Leistungen wichtiger Teil der österreichischen Sport Geschichte sowie der Geschichte des ÖJV sind, verurteilen wir seine Flucht und vertrauen auf die österreichische Justiz, die jetzt über seinen Fall zu entscheiden hat. Bis zum Abschluss des Verfahrens und dem Vorliegen eines rechtskräftigen Urteils, gilt die Unschuldsvermutung. Herr Seisenbacher ist derzeit kein Mitglied im ÖJV und auch in keiner offiziellen Funktion, daher gibt es hier keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. Sobald ein rechtskräftiges Urteil vorliegt, werden allfällige Schritte seitens des ÖJV diskutiert.
Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens, ist und bleibt das Thema Respekt und Sicherheit im Judo ganz oben auf der Agenda des ÖJV-Vorstandes. Der bereits von meinem Vorgänger eingeleitete Weg mit Aktivitäten auf unterschiedlichen Ebenen wird in Zusammenarbeit mit den öffentlichen Stellen konsequent weiter gegangen.”

 

Urteilsverkündung im Fall von Peter Seisenbacher

Peter Seisenbacher plädiert zu sämtlichen Vorwürfen auf nicht schuldig. Beim Verhandlungsauftakt vor einer Woche bezeichnete sich der 59-Jährige als ‘Opfer einer Verschwörung’.  Mit dem Urteil dürfte heute am späten Nachmittag oder frühen Abend zu rechnen sein.

 

(APA)

 

 

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